Serie „Agile Führung“ – Was hat das mit mir zu tun?

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Im ersten Artikel zur Serie „agile Führung“ haben wir bereits aufgedeckt, worum es dabei wirklich geht. Wir haben festgestellt: Agilität kommt aus Ihnen Selbst! Diesmal klären wir auf, was das konkret bedeutet, wie man zu Agilität kommt – und warum Sie sich lieber früher als später mit sich auseinandersetzen sollten. 

Zur Erinnerung hier die zwei wichtigsten Learnings aus dem ersten Serienteil:

  1. Agilität bedeutet in herausfordernden Situationen beweglich und reaktionsfähig zu bleiben.
  2. Agile Führung ist ein Mindset. Es ist auf Weiterentwicklung, Verbesserung und auf Lernprozesse ausgerichtet.

Wenn es also darum geht agile Führung zu kultivieren, müssen Sie als Erstes bei sich selbst ansetzen! Denn Agilität entsteht durch und vor allem mit Ihnen.

Agiles selbst – führen

Eine agile Eigenführung ist eine gute Grundlage um agile Führung als Chef zu leben. Denn es ist ganz klar: je geschulter Sie in agilen Handlungs- und Denkweisen bei sich selbst sind, desto einfacher fällt es Ihnen im Arbeitsleben in Stresssituationen entsprechend zu reagieren. Doch was ist eine agile Eigenführung? 

Wie gut kümmern Sie sich um sich selbst?

Agile Selbstführung hat ganz viel mit Fürsorge sich selbst gegenüber zu tun. Wenn Sie körperlich und mental gesund und ausgelastet sind, wird es Ihnen leichter fallen beweglich zu bleiben. Das bedeutet: Achten Sie besonders in stressigen Situationen auf Ihre persönlichen Ressourcen. Diese sollten ausgeglichen bleiben und effektiv eingesetzt werden. Oftmals sind dabei jedoch das Abschalten und Auftanken die größten Hürden. 

Drei Tipps zum Abschalten und Auftanken

  1. Ziehen Sie klare und strikte Grenzen zwischen Arbeitszeit und Privatleben
    Wenn Sie Zuhause ankommen, schalten Sie am besten Ihr Telefon oder PC aus! Sie haben sich Ihre Ruhezeiten verdient. Sie müssen jetzt nicht mehr über Probleme oder Lösungen nachdenken. Dafür ist morgen wieder Zeit genug.

  2. Bewegen Sie sich
    Einen Arbeitstag kann oftmals auch stundenlange Meetings im Sitzen bedeuten. Umso wichtiger ist es, in Ihrer Freizeit ein wenig in Bewegung zu kommen – auch wenn es nur ein 20-minütiger Spaziergang ist. Das senkt den Stresspegel und macht den Kopf frei.

  3. Seien Sie präsent in Ihrem Alltag
    Das spart Ressourcen und nutzt Energie effektiv. Achtsam und präsent sein bedeutet, sich ganz auf das zu konzentrieren was Sie gerade machen. Ein einfacher Trick, falls Sie sich in strömenden Gedanken verlieren: 
    Beobachten Sie Ihren Brustkorb für 10 Atemzüge ganz aufmerksam – diese Technik holt Sie wieder zurück in die Gegenwart. 

Mehr Tipps finden Sie in unserem Gastbeitrag „mental detoxing“ und im Artikel von impluse.

Kennen Sie sich eigentlich?

Ob Selbstfürsorge oder Agilität – an aller Anfang steht das Selbstbewusstsein! Damit ist nicht gemeint, wie gut Sie sich finden. Selbstbewusstsein ist das Bewusstsein über sich Selbst. Dabei geht es darum sich selbst zu kennen, sich zu verstehen und seine Muster zu erkennen. Denn je größer Ihr Bewusstsein sich selbst gegenüber ist, desto klarer werden Sie in schwierigen Situationen bleiben können.
Und wie Gnothi seauton bereits in der Antike sagte: „Mensch, erkenne dich selbst!“

Beginnen Sie zu reflektieren

Jede Verbesserung und jede Veränderung beginnt mit einer Reflexion! Also seien Sie mutig, beginnen Sie neugierig nachzuforschen, sich zu beobachten und besser kennenzulernen. Doch wo fängt man an? 

  1. Die Persönlichkeitsanalyse
    Zu Beginn ist es hilfreich sich ein allgemeines Verständnis über sich selbst zu schaffen – quasi eine Grundanalyse. Dabei helfen bewährte Modelle wie die Big Five oder die klassischen Grundmotive. Diese verraten wo die eigene Ausrichtung angesiedelt ist und welche Grundausprägungen die eigene Persönlichkeit hat. 

  2. Antreiber und Verhinderer 
    In weiterer Folge können Sie sich schon mit ihrem Vorwissen auf zwei Aspekte konzentrieren, die für die Agilität besonders wichtig sind. Um diese Fragen zu beantworten, können Sie sich ruhig ein paar Tage Zeit nehmen und sich im Alltag beobachten. 

Was treibt Sie an?
Was hindert Sie?

Diese Fragen können Ihnen einerseits dabei helfen hinderliche Muster und Blockaden aufzulösen, die Ihre Agilität hemmen. Andererseits können Sie dadurch jene hilfreichen Antreiber fördern, die Ihnen in herausfordernden Situationen den nötigen Schubs geben, um souverän zu reagieren. Und ganz nebenbei bekommen Sie einen immer klareren Blick auf sich selbst und die Geschehnisse um Sie herum!

Fazit

Agile Führung beginnt bei Ihnen selbst. Sie wünschen sich mehr Agilität im Beruf? Dann fangen Sie an, sich selbst kennenzulernen und sich um sich zu kümmern. Seien Sie auf dieser Reise mutig, neugierig und ehrlich – und Sie werden sehen: Agilität wird Ihr Privat- und Berufsleben leichter und spannender machen.

Tipp: Individuelle Begleitung von jungen Führungskräften

Mit unserem JuChee-Programm begleiten wir gezielt jene, die zum ersten Mal eine Führungsposition übernehmen. Dabei werden die jungen Chefs gezielt durch eine eigens entwickelte Kombination an Training, Coaching, Aufstellung und Reflexion unterstützt: individuell, persönlich und „on-the-job“.

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