Raten Sie noch oder reflektieren Sie schon?

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Reflexionsfähigkeit ist heute eine der Schlüsselkompetenzen erfolgreicher Führungskräfte – völlig zu Recht. Studien zeigen, dass Chefs ihren Führungserfolg durch Selbst-Reflexion erheblich verbessern können. Doch was bedeutet Reflexion genau? Und wie setzt man sie in der Führung gezielt ein?

Reflexion heißt nachdenken und sich Fragen stellen

Im Allgemeinen wird unter Reflexionsfähigkeit die Fähigkeit zum „prüfenden Betrachten auf einer Metaebene“ verstanden. Anders gesagt: Bei der Reflexion richtet man den Blick aus der Distanz auf das (eigene) Tun und stellt sich konkrete Fragen dazu. Sie kann regelmäßig – den Alltag begleitend – oder fallweise, im Nachhinein unternommen werden.

Beispiel: Für eine selbst-reflektierende Führungskraft könnten solche Fragen z.B. sein:

  • Was zeichnet meinen Führungsstil aus?
  • Was bewirkt mein Führungsverhalten bei anderen?
  • Welche Aufgaben bewältige ich gut, welche weniger gut? Welche überhaupt nicht?
  • Wie schaut meine ideale Führungsumgebung aus?
  • Welche Vorstellung habe ich davon, was ich in meinem Führungsjob erreichen will?

Hinweis: Noch mehr Fragen finden Sie auch in unserem Artikel „Selbstreflexion: Ich als Führungskraft„.

Doch mit Fragen allein ist es nicht getan: Mit den gewonnenen Erkenntnissen lassen sich nicht nur „blinde Flecken“ aufspüren. Es ergeben sich vor allem neue Ansätze und Chancen für Verbesserungen, die umgesetzt werden wollen. Nur wenn ein Entwicklungsprozess in Gang gebracht wird, bringt die Reflexion den größten Nutzen.

Reflexion in der Führung

Die Herausforderungen für Unternehmen sind an Komplexität und Dynamik kaum mehr zu übertreffen. Besonders in Zeiten, wo eine Veränderung die andere jagt, steigt auch das Angstniveau in Unternehmen. Während Konflikte und Widerstände zunehmen, sinkt die Arbeitsfähigkeit. Gerade dann ist eine gezielte und durchdachte Vorgehensweise umso wichtiger.

Und dafür ist Reflexion ein höchst effizientes Tool. Regelmäßige Reflexionsräume eröffnen neue Erkenntnisse über die Organisation und vor allem über die Zusammenarbeit – und somit wertvolle Inputs und Handlungsoptionen.

Beim gezielten Einsatz von Reflexion als Führungskompetenz sind zwei Dimensionen zu unterscheiden:die individuelle Reflexion (=Selbstreflexion der Führungskraft) und

1. die individuelle Reflexion (=Selbstreflexion der Führungskraft).

2. die organisationale Reflexion (=Reflexion der Organisation/des Unternehmens).

Im Fokus der Selbstreflexion der Führungskraft steht die Rückschau bzw. Selbstbeobachtung des eigenen Verhaltens, der eigenen Gedanken und Gefühle. Das Ziel dieser Reflexionsarbeit:

  • Sich Klarheit über die eigenen Ziele, Motive und Verhaltensmuster und
  • über Wechselwirkungen mit anderen Personen zu verschaffen.

Die zweite Dimension ist die Reflexion der Organisation. Hier geht es um das Beobachten und Fragen zu unternehmensweit wirksamen Themen, wie z.B. die Performance von einzelnen Teams oder die Personalentwicklung in der Organisation.

Teil dieser Reflexionsarbeit sollte auch immer sein, im Unternehmen eine reflexions-orientierte Kultur herzustellen und zu fördern.

Voraussetzungen für erfolgreiche Reflexion im Unternehmen

Damit Reflexion gelingen kann, gibt es allerdings ein paar Voraussetzungen.

Die Organisation sollte

  • eine offene, reflexions-aktivierende Kommunikation und erfahrungsbasiertes Lernen fördern,
  • einen geschützten Raum bereitstellen (d.h. frei von Zeit- und Handlungsdruck),
  • unterstützende Maßnahmen in der Umsetzung der Reflexion anbieten.

Kurz gesagt: Es geht um die Schaffung einer reflexionsfreundlichen Arbeits- und Lernkultur.

Aus der Sicht des Einzelnen braucht es die Bereitschaft

  • zur Reflexion an sich,
  • zur Erweiterung seiner Handlungskompetenzen,
  • somit zur Veränderung des eigenen Verhaltens und
  • zur Arbeit im Sinne eines kontinuierlichen Prozesses.

Professionelle Reflexion mit einem Sparringspartner

Die wirkungsvolle Einbindung von Selbstreflexion in den eigenen Führungsalltag kann durch professionelles Coaching unterstützt und begleitet werden. Ein externes Sparring empfiehlt sich nicht nur dann, wenn eine Führungskraft noch wenig Erfahrung mit Selbstreflexion hat. Im Gegenteil: Entwicklung entsteht (immer) im Dialog!

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Durch den Blick von außen kann man der Gefahr von „blinden Flecken“ bei der Selbstbetrachtung vorbeugen.
  • Durch die externe Begleitung wird der Fokus auf die Reflexionsarbeit gelegt.
  • Es wird gezielt der konkrete – auch zeitliche – Rahmen dafür geschaffen.

Tipp: Business-Coaching für Lösung und Reflexion

Sie möchten Unterstützung und einen kompetenten Sparringspartner, um Ihre Reflexions- und Lösungskompetenz im Führungsalltag zu stärken? Gerne begleiten wir Sie individuell, in Ihrer konkreten Situation mit unseren Business-Coachings für Führungskräfte.

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