So gelingt nachhaltiges Lernen

© istock/Ildo Frazao

Jede Weiterbildung hat nur dann Mehrwert, wenn es gelingt, das erworbene Wissen in die Praxis zu transferieren. Doch welche Aspekte sind entscheidend, ob eine (Lern- bzw. Schulungs-) Maßnahme Top oder Flop wird?

1. Bewusstheit bei der Planung

Bereits bei der Planung und Auswahl der Weiterbildung ist es essentiell sich mit den Zielen zu befassen – oder anders gesagt: WAS oder WER soll sich danach WIE verändert haben? Nur wenn ein Teilnehmer einer Maßnahme Klarheit darüber hat, worin der Nutzen liegen soll, kann dieser Mehrwert auch generiert werden.

Es wird empfohlen, die beschriebenen Seminar-Inhalte mit den eigenen Vorstellungen, der Erwartung der Führungskraft und den Unternehmenszielen abzugleichen. Bei manchen Angeboten werden Teilaspekte mehr oder weniger interessieren. Eine aktive Auseinandersetzung ist hilfreich, die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit kritisch zu prüfen. In der Praxis mag es sein, dass man dadurch die Teilnahme an einer konkreten Maßnahme verwirft, aber am Ende Zeit und Geld spart, weil man so letztlich ein passendes Angebot findet.

2. Integration in den Arbeitsalltag

Wer kennt das nicht: Bei einer Schulung hat man übersichtliche Unterlagen erhalten und diese durch eigene Mitschrift ergänzt und Ideen entwickelt und dann kommt man zurück und verstaut allesamt fein säuberlich im Schrank. Dagegen ist grundsätzlich nichts einzuwenden, es empfiehlt sich aber auch Transfer-Einheiten nach der Schulung im Arbeitsalltag einzuplanen. Das heißt: hierzu die Unterlagen wieder hervorzuholen und beginnen die geplanten Ziele umzusetzen. Sei es, Wissen durch regelmäßige Wiederholung aktuell zu halten oder das Wissen konkret in der Praxis einzubauen und anzuwenden.

Folgende Fragen sollen beantwortet werden:

  • Was habe ich konkret gelernt?
  • Was war besonders hilfreich?
  • Woran möchte ich weiter arbeiten?
  • Was sollen meine Kollegen unbedingt auch wissen?
  • Was möchte ich als erstes umsetzen?
  • Bis wann nehme ich mir Zeit, die Veränderung umgesetzt zu haben?

Durch diese Ausformulierung wird ein starkes „Komittment mit sich selbst“ geschaffen. Gleichzeitig bleibt der Fokus auf die Umsetzung des Gelernten und Erfahrenen gerichtet – also auf konkretes Tun.

3. Reflexion & Vertiefung

Aus der Integration ergeben sich meist Themenbereiche, die man weiter vertiefen möchte. Das Reflektieren mit der Führungskraft oder Kollegen hilft dabei herauszufinden, was und auf welche Art und Weise einen Nutzen hat. Es gilt dabei immer die Erfahrungen ob der neuen Inputs zu reflektieren, auszubauen oder etwas auch wieder zu verwerfen.

Fazit: Planung und Transfer sorgt für nachhaltiges Lernen

Eine Weiterbildungs-Maßnahme sollte nicht als punktuelle, vom Arbeitsalltag losgelöste Intervention gesehen werden. Wichtig ist, die Vor- und Nachbereitung der Maßnahme gezielt mit zu planen und den Teilnehmer bei der Zielsetzung und beim Transfer aktiv „ins Boot zu holen“.

Über die Autorin:
Dr. MMag. Nina Löffler ist ausgewiesene Expertin für Arbeits- und Organisationspsychologie mit langjähriger Erfahrung sowohl im Unternehmensumfeld als auch aus selbständigen Beratungs- und Coaching-Projekten.

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