3 wichtige Qualitäten erfolgreicher Führungskräfte

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Im alten Ägypten umfasste die größte Bibliothek in Alexandria 700.000 Werke – heute beherbergt die British Library in London 170 Mio. Werke. Eine Google-Suche nach dem Begriff „Leadership“ bringt unglaubliche 523 Mio. Ergebnisse. Doch wie soll man sich in dieser Informations-Flut orientieren? Gibt es Leadership-Qualitäten, die – unabhängig von Branche und Position – eine übergeordnete Gültigkeit besitzen?

Wissen ist zwar Macht – aber die Vielfältigkeit unserer Informationen sprengt unsere geistigen Kapazitäten. Und so lange kann man gar nicht am Klo sitzen, um das alles zu lesen! Aber wer sagt uns, welche dieser Informationen für mich hilfreich sind?

Dazu können wir unseren Fokus erweitern und über unsere berufliche Situation hinausdenken – und so die Gesamtheit bisheriger Erfahrungen verdichten und daraus allgemeine Schlüsse ableiten.

Wie? Indem wir zum Beispiel unsere Erde von einem anderen Planeten aus betrachten und beobachten, in welchen Situationen Menschen freiwillig einer Persönlichkeit folgen. Und in einem zweiten Schritt suchen wir den kleinsten gemeinsamen Nenner dieser speziellen Menschen, um die wichtigsten Leadership-Qualitäten herauszufiltern.

Beispiel 1 „Leistungssportler“
Der Kapitän einer professionellen Mannschaft ist ein wichtiger Rückhalt und oftmals der entscheidende Player im Spiel um Sieg oder Niederlage für das gesamte Team. Diese Führungsposition wird nur aufgrund einiger spezieller Persönlichkeitsmerkmale vergeben. Durch seinen reichen Erfahrungsschatz strahlt er in schwierigen Situationen die Ruhe aus, die jüngere Spieler benötigen, um ihre beste Leistung abrufen zu können. Darüber hinaus versteht er es, auf die unterschiedlichen Spieler-Typen besonders gut einzugehen.

Beispiel 2 „Unternehmensgründer“
Was haben Steve Jobs, Walt Disney oder die Gebrüder Harley gemeinsam? So wie andere Persönlichkeiten gründeten sie ihr späteres Firmen-Imperium in einer Garage. Irgendwie schafften sie es, dass ihnen zahlreiche Menschen auf ihrem Weg zum Erfolg vertrauten.

Beispiel 3 „Politischer Anführer“
Genauso wie 250.000 Menschen, die 1963 stundenlang in brütender Sommerhitze in Washington ausharrten, um den Worten eines Mannes zu lauschen, der von seinem Traum einer Gesellschaft ohne Diskriminierung erzählte.

„I have a dream that one day this nation will rise up and live out the true meaning of its creed: We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal.“(Zitat aus Martin Luther King’s Rede „I have a dream“)

Diese Beispiele legen den Schluss nahe, dass herausragende Personen – Persönlichkeiten, die „die Welt verändern“ – vor allem Dreierlei auszeichnet:

1. Die Kraft der Vision

Martin Luther King hatte eine Vision. Doch so verlockend es klingt, eine Vision zu haben – Visionen waren zu jeder Zeit auch riskant. Visionäre sollten sich also beizeiten darauf einstellen, dass sie auch abgelehnt oder sogar bekämpft werden – besonders dann, wenn ihre Ideen als zu neu, zu revolutionär oder einfach nur als unbequem empfunden werden.

Andererseits folgen Menschen einer Führungsperson eher dann aus freien Stücken, wenn die von ihr vertretenen Werte mit den eigenen Werten übereinstimmen. Und wenn die Vision so „stark“ ist, dass sie dafür auch bereit sind, ihre Komfortzone zu verlassen.

Denn dass „der Mensch von Haus aus faul und feige sei“, hatte schon ein bekannter Philosoph und Literat am Ende des 19. Jahrhunderts postuliert.
(Zitat von Friedrich Nietzsche, „Unzeitgemäße Betrachtungen“)

2. Gute Menschenkenntnisse

Eine der wichtigsten Aufgaben von Führungskräften ist es, Mitarbeiter sicher durch unsichere Zeiten zu führen. Dafür müssen sie nicht unbedingt die Besten auf ihrem Gebiet sein oder die Fleißigsten, wobei sie – angetrieben durch ihre Vision – oft sehr gute Vorbilder sind.

Grundvoraussetzung ist aber, dass sie die wahren Motive und Treiber ihrer Mitarbeiter kennen – egal, ob es sich um Angst, Freude, Ehrgeiz oder Idealismus handelt. Sie müssen entscheiden können, wann sie aufs Gas steigen und wann auf die Bremse.

Anders als in anderen Funktionen, erhält die Führungskraft grundsätzlich keine direkten Anweisungen und muss selbstständig handeln. Daher muss sie auch wissen, wie sie sich und ihre Mitarbeiter durch unterschiedliche – mitunter auch schwierige – Situationen führen kann.

3. Aktiver Umgang mit Herausforderungen

Als Weltmarktführer mit vollen Auftragsbüchern ist es (vermeintlich) nicht schwer ein erfolgreicher Chef zu sein.

Während einer Krise ein Unternehmen zu leiten, in dem Umstrukturierungs-Maßnahmen durchzuführen sind, weil neue Märkte erschlossen und die Profitabilität verbessert werden müssen, trennt die Spreu vom Weizen. In herausfordernden Situationen erkennt man die wirklich guten Chefs.

Ähnlich einem Leistungssportler haben sie das Bestreben regelmäßig ihre Grenzen zu erweitern. Echte Führungskräfte lieben es, Probleme zu lösen und ein Leben lang dazuzulernen. Natürlich schätzen auch sie stabilere Zeiten, um ihre Energien wieder aufzutanken, aber ein Leben, das aus immer wiederkehrender Routine besteht, wird sie auf Dauer unzufrieden machen.

Das Leben besteht aus dem Lösen von Problemen – und die Bewältigung einer Situation ist in Wahrheit die Erschaffung der nächsten Herausforderung. Der wesentliche Unterschied zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Menschen ist der, dass die erste Gruppe die Verantwortung für den Umgang mit herausfordernden Situationen übernimmt.

Denn: Man ist nicht verantwortlich für die Dinge, die in unserem Leben passieren, aber sehr wohl für den aktiven und konstruktiven Umgang damit.

Über den Autor:
Ing. Christian Peherstorfer ist Corporate Trainer und Coach in Wien. Auf kreative Weise verbindet er seine langjährigen Erfahrungen als Hochbau-Ingenieur, aus dem Leistungssport und der Psychologie, um Unternehmen und Mitarbeiter für alternative Sichtweisen und Lösungsansätze zu begeistern.

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